Was braucht man, um als Castingact im TV erfolgreich zu sein?
Manchmal gibt es Glossen, die mehrfach verwendet werden können. Weil sich Pro7 oder RTL oder sonstige Sender ja nicht vollkommen unterscheiden. Wie es der Zufall will, fand ich diese nette Beschreibung im Spiegel. Natürlich ist der Wahrheitsgehalt bescheiden, eine Leo von Queensberry fiel weder durch besondere Kanten sondern eher durch die Abwesenheit solcher auf und sie schmiss auch nicht hin, um ihr Abi zu machen sondern sie wurde geschmissen und machte darauf hin ihr Abi (nicht ohne jedem zu erzählen, dass die grosse Leere sie erfasste, nachdem sie rausgefolgen war).
Aber im grossen und ganzen trifft der Artikel doch ins Schwarze.
Brandy sagte,
19. Januar 2010 um 08:12
Ja, Seifenopern werden entlang von Rollenklischees aufgebaut. Der einzige Unterschied ist wahrscheinlich, dass man nicht gleich zu Anfang einen Plan hat, sondern tatsächlich erst einmal ein paar Wochen abwartet und sichtet, was sich aus dem vorhandenen Rohmaterial an Storypotenzial ergibt.
Was mich erschreckt: wie das gerade von denen, die es intensiv anschauen, offenbar immer wieder für bare Münze gehalten wird. (Das war übrigens vor vielen Popstars-Staffeln, ich glaube es war die Overground-Staffel, der Grund, warum ich mich im Prosieben-Forum mit dem sprechenden Nick Brandrede angemeldet habe.) Amüsiert und gut unterhalten hat es mich bei Popstars 5. Ich fand es köstlich, dass gerade die, die sich über den aktiven Sprachschatz von Frau G. aus F. mokiert haben, meist selbst keine zwei fehlerfreien Wörter hinschreiben konnten.
Aber unterm Strich erschreckt es mich, wie ernst diese Drehbücher von einem großen Teil der Kundschaft offenbar genommen werden. Nun ja, kein Vorwurf an die Jüngeren, wir sind ja alle von den Medien verblendet, und wir Älteren glauben ja zuweilen noch viel dümmeren Quatsch, wenn er in der Tagesschau verbreitet wird.
jodelkoenig sagte,
19. Januar 2010 um 17:33
Ob man Castingdrehbücher ernst nimmt oder nicht, erschreckt mich weniger. Ich glaube, dass die meisten Leute durchaus wissen, dass das alles nicht real ist. Sie “verlieben” sich in die Stimmen, den Charakter oder das Aussehen. Soweit ist das auch in Ordnung.
Schlimmer finde ich die nicht so einfach zu durchschauenden “Scripts” welche die Leute für real erachten.